#AlteVHSbleibt

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Offener Brief an Oberbürgermeisterin Katja Dörner, die Stadtverwaltung und den Rat der Stadt Bonn

Sehr geehrte Frau OB Katja Dörner,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Stadt Bonn beginnt 2021 mit einem neuem Stadtrat und einem neuen Koalitionsvertrag, doch wir denken schon an das Ende des Jahres. Nach aktuellem Stand der Planung muss das soziokulturelle Zentrum Alte VHS das Gebäude der ehemaligen Volkshochschule Ende 2021 verlassen. Damit verliert das Projekt seine Räume.

Der Ratsbeschluss von 2019, der Besuch der Alten VHS von Katja Dörner kurz nach ihrem Amtsantritt und die Aufnahme in den Koalitionsvertrag zeigen uns, dass die Alte VHS, ihr Angebot und ihre Nutzer*innen stadtpolitische Relevanz haben. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Bedeutung eines solchen Projekts für eine Stadtgesellschaft anerkannt wird. Was heißt das aber konkret für die Alte VHS? Im Moment gibt es den Ratsbeschluss von 2019, wonach die Bonner Verwaltung nach innenstadtnahen Alternativen sucht. Zwar bewegt sich hier was, doch leider noch ohne Erfolg. Von den Objekten aus dem Leerstands-Portfolio der Stadt, die bislang von der Verwaltung ins Gespräch gebracht wurden, ist keines geeignet. Es wurden Vorschläge wieder zurückgezogen, da sie bereits von anderen Ämtern beansprucht, bzw. verkauft werden sollen, stark sanierungsbedürftig sind oder aber eine kulturelle Nutzung vom (Dritt-)Vermieter von vornherein ausgeschlossen war. Der rhizom e.V. hat sich unter anderem schon im Jahr 2012 um den ehemaligen Schlachthof bemüht. Dieser steht immer noch leer und ist mittlerweile komplett baufällig. Soll das auch mit den anderen leerstehenden Immobilien der Stadt geschehen?

Für uns stellt sich an dieser Stelle die Frage: Wie viel ist der Stadt Bonn zivilgesellschaftliches Engagement und Stadtentwicklung wert? Denn die Alte VHS ist ein Raum für Alle, der von Allen genutzt und mitgestaltet wird. In ihr sammelt sich ein gewaltiges Potenzial an zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und freiwilligem Engagement. Gemeinsam wird ein unkommerzielles Kultur- und Bildungsangebot geschaffen und somit ein Ort ermöglicht, an dem ein Austausch über stadtpolitische Themen stattfindet und Stadtentwicklung sowie Partizipation (von unten) Realität wird. Was aber passiert mit der Alten VHS, wenn keine Alternative gefunden wird?

In dem Beteiligungs-Portal „Bonn Macht Mit“ wurden Anfang des Jahres Bonner*innen in die Entscheidung über den Haushalt mit einbezogen. In dieser Abstimmung hat die Alte VHS die zweitmeisten Stimmen bekommen, sodass von der Stadtverwaltung geprüft werden sollte, ob die Immobilienangelegenheit der Alten VHS im Haushalt berücksichtigt werden kann. Die Verwaltung hat den Vorschlag nach einer Prüfung nicht für die nächste Runde zur Abstimmung freigegeben. Ihre Begründung lautet, man sei bereits in Gesprächen und optimistisch, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werde. Die Unterstützung vonseiten der Verwaltung für die Alte VHS beschränkt sich damit darauf, Gespräche über eventuell mögliche Immobilien zu führen, statt die Möglichkeit zu schaffen, das Projekt im Haushalt mitzudenken und somit sanierungsbedürftige Gebäude nutzbar zu machen. So ist der Weg frei für die Bonner Leerstände das gleiche Schicksal zu erleben, wie beispielsweise der ehemalige Schlachthof. Von brauchbar über sanierungsbedürftig bis hin zu nicht mehr zu retten.

Die Alte VHS kann und will bei der Entwicklung einer sozialeren, ökologischeren und zukunftsfähigeren Stadt mitwirken, doch dafür brauchen wir Raum! Wir brauchen und fordern einen klaren Einsatz der Stadt Bonn:

  • Für soziokulturelle Räume
  • Für niederschwellige Kulturangebote
  • Für eine aktive Zivilgesellschaft

Deshalb fordern wir von der Stadt Bonn die Angebote an die Alte VHS noch einmal zu erweitern und die eigene Leerstandspolitik zu überdenken. Liebe Stadt Bonn, wenn in die Sanierung von Leerständen investiert wird, dann können diese auch wieder einer Nutzung zugeführt werden. Wir denken beispielsweise an die Budapesterstraße 21 in Kombination mit dem Viktoriabad. Beide stehen seit Jahren leer und beide bieten ein großes Potenzial für Räume wie die Alte VHS.

Mit hoffnungsvollen Grüßen 
Alte VHS Bonn und rhizom e.V.

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#AlteVHSbleibt - Offener Brief an die Stadt Bonn

Die Alte VHS kann und will bei der Entwicklung einer sozialeren, ökologischeren und
zukunftsfähigeren Stadt mitwirken, doch dafür brauchen wir Raum! Wir brauchen und fordern einen klaren Einsatz der Stadt Bonn:

• Für soziokulturelle Räume
• Für niederschwellige Kulturangebote
• Für eine aktive Zivilgesellschaft

Deshalb fordern wir von der Stadt Bonn die Angebote an die Alte VHS noch einmal zu erweitern und die eigene Leerstandspolitik zu überdenken.

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